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Dachstein Expedition 08-2012

Eigentlich wollte ich mich ja dieses Jahr einer Expedition nach Georgien, in die Krubera Höhle (tiefste Höhle der Erde, -2191m) anschließen; Leider ist es aber aus diversen Gründen nicht dazu gekommen, und so brauchte ich einen Ersatz…

Panoramablick Über Gaelan habe ich von der britischen Expedition ins Dachsteingebirge erfahren.
Das Hauptziel der Expedition ist nicht weniger spektakulär als die Krubera Höhle:
Eine Verbindung vom Dachsteinplateau in die Hirlatzhöhle (mit jenseits der 100Km ‘nur’ die zweitlängste Höhle Österreichs) zu schaffen.
4-5 Stunden Anfahrt, schönstes Gelände, Freunde treffen und der Höhlenlust hemmungslos frönen? – da musste ich nicht zweimal nachdenken!

die ersten Expeditionstage

Da wir, also der irisch/deutsche Teil der Expe, die Ersten dieses Jahr waren, verbrachten wir die erste Woche mit Vorbereitungsarbeiten, kleinen Höhlentouren und Wandern.
Für die zwei Hauptprojekte mussten Vorarbeiten erledigt werden; Der Eingang des What Have You Got Pots (WHuG/ Hauptprojekt) lag 2,5 Meter unter Schnee, der Eingang des Pl2 (potentielle Verbindung zum WHug bei -600m) musste gesucht und vor beiden Höhlen ein kleiner Unterstand gebaut werden.
Meine persönlichen Ziele dieser Expe war ein Phototrip in den WHuG und das Projekt Pl2, dass vor allem von Guillaume, ein Höfo aus Québec, Kanada ,und mir vorangetrieben wurde.

ein Durchstieg von PL2 in den WHuG?

SCT Pl2 ist eine ca. 600 Meter tiefe Höhle, die bis Anfang der 80ger von Polen erforscht wurde. Das bisherige Ende der Höhle ist, laut Plan, eine gewaltige Halle von 100 x 100 Metern, und 100m Höhe. Der Zugang erfolgt über das Dach, also über eine 100m direkt-Abseilstrecke.
Genau unter dieser Halle befinden sich zwei Schlote im WHuG, die sich bis ca. 50m unter die Halle ziehen. Eine Verbindung der zwei Höhlen würde zu einem, gute 950 Meter tiefen Höhlensystem führen.
Und sind wir einmal ehrlich: wie schwer kann es wohl sein eine größtenteils erforschte Höhle zu befahren und an ihrem Ende zu forschen?
Die erste große Halle auf -230m erreichen wir ohne große Mühen nach drei Touren. Es gibt zwar zahlreiche ‘interessante’ und/oder ‘sportliche’ Stellen, aber bisher nur zwei, relativ kurze Mäander.
Ab dieser Halle (in der, trotz 2°C Kälte troglophile Lebewesen angetroffen wurden) , zeigt der Dachsteinkalk aber sein wahres Gesicht:
Stundenlanges klettern in engen Mäandern, und technisch anspruchsvollste Abseilstrecken, die den Einsatz von viel Material erfordern.
In 10 Touren, teils jenseits der 17 Stunden lang (ohne die 1 Stunde An- und Abstieg zur Hütte) haben wir über 70 Anker und 500m Seil verbaut und sind ‘nur’ in eine Tiefe von ca. -450m gekommen. Allerdings hat uns die Höhle gezeigt, warum die Polen, denen ich größten Respekt zolle, ein paar wenige Fragezeichen in den tiefen Regionen hinterlassen haben, was sonst ja nicht ihre Art ist.
PL2 wird also auch nächstes Jahr wieder auf der Agenda stehen…

Photo-Tour in den WHuG

Bei meinem Phototrip in den WHuG hatte ich leider wenig Glück;
Zu erst wurde die 2. Tour immer weiter nach hinten Verschoben und dann, wegen schlechter Wettervorhersagen von 4, auf 3 Tage verkürzt.
Es dauert gut 6 Stunden um die 650 Höhenmeter am Seil zu bezwingen. Danach steht man in gewalteigen phreatischen Gängen, in denen man noch gut eine Stunde wandern muss, um das Camp ‘Bumfun’ auf -720m zu erreichen. Bis hierhin alles kein Problem, die Schächte sind zwar zum Großteil Flutungs gefährdet, aber es gibt nur einen kurzen Mäander und genau zwei enge Schachteinstiege. WHuG
Allerdings erwache ich am nächstem Morgen mit starken Kopf- und Gliederschmerzen, na toll ich bin so weit gekommen um krank zu werden!
Während die eine Hälfte des Teams die Forschung weitertreibt, machen sich Rosie, Chris und ich zu einer Phototour auf. Allerdings kommen wir nicht sehr weit: ich bin durch meine Krankheit zu sehr erschöpft um mich weit vom Lager zu entfernen, und so kehren wir nach nur 5 Stunden ins Camp zurück, wie frustrierend!
Den Anderen gelingt es eine weitere Fortsetzung zu finden, allerdings werden sie für gut 2 Stunden vom Wasser eingeschlossen.

Am nächsten Morgen geht es mir nicht wirklich besser, und so darf ich die zweifelhafte Erfahrung machen, was es heißt 720 Höhenmeter zu bewältigen wen man krank ist. Trotz 2 Gramm Ibuprofen ist es eine 12 Stunden dauernde Tortur, bis ich völlig am Ende aus der Höhle komme, aber es ist noch nicht ganz geschafft, knapp eine Stunde Abstieg zur Hütte sind noch zu bewältigen…

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