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Lichtqualitäten

Wo Licht ist, ist auch Schatten und diesen möchte ich im Folgenden genauer beleuchten. Denn wenn wir ehrlich sind, denken wir viel zu selten über dieses Thema nach…

der Schattenwurf

flaechenleuchte
Jedes angeleuchtete Objekt erzeugt einen Schatten, auch wenn wir diesen in manchen Bildern nicht sehen können. Sei es ob wir ihn bewusst vermieden haben, oder aus purem Zufall.
Wenn der Schatten allerdings zu sehen ist, gibt es im wesentlichem zwei Arten:

harte Schatten

Ist scharf und als solcher einfach im Bild zu erkennen. Erzeugt wird er, wenn die Lichtquelle Punktförmig ist.
Da ein E-Blitz einen harten Schatten erzeugt, ist das unsere Standartsituation, Die man aber auch gezielt benutzen kann, wie wir später sehen werden.

weiche Schatten

Ist unscharf, und nicht so präsent im Bild. Ein weicher Schatten wird mit einer flächigen Lichtquelle erzeugt, die neben dem Kernschatten auch einen Halbschatten projiziert.
Man benutzt ihn gerne um Gesichter aufzuhellen, da die Schattenkanten schön sanft sind, oder um die Lichtstärke eines Blitzes zu reduzieren (mittels Bouncer).
Um dieses, zugegeben, leicht abstrakte Thema zu veranschaulichen, habe ich einen Versuch durchgeführt, der uns die Thematik veranschaulichen soll.

Versuchsaufbau:

Aus einer Entfernung von 2m wurden Verschiedene Lichtquellen auf einen gefalteten Karton geworfen (Schatten Nahbereich). Der Schatten des gesamten Kartons wurde auf einem 80cm entferntem Karton aufgefangen.

Eingesetzte Lichtquellen:

Blitz ohne Streulinse (Metz CT-45):

der Elektronenblitz erzeugt auf der ganzen Leuchtweite einen harten Schatten.

Blitz mit Streulinse (Metz CT-45):

Kein signifikanter Unterschied im Schattenbild gegenüber ohne Streuvorsatz im Test erkennbar. Allerdings mindert die Streuscheibe die Lichtausbeute um mindestens 1 Blendwert.
=>die Streuscheibe macht das Blitzlicht nur weitwinkliger, nicht ‚weicher‘.

Blitz mit kleinem, weißem Bouncer:

Hier ist die Entfernung Bouncer- Blitzlicht entscheidend für das Schattenbild. Mit größer werdendem Abstand wird der Schatten immer weicher, aber auch die Lichtausbeute nimmt stark ab.
Generell ist die Lichtausbeute am geringsten von allen im Test benutzten Lichtquellen. Aber gerade wenn man seinen Blitz nicht regeln kann, ist es eine interessante Möglichkeit, Gesichter im Vordergrund aufzuhellen.

Blitzbirne (FB 1B mit 5“ Reflektor):

Die Blitzbirnen erzeugen auf ganzer Leuchtweite einen angenehm scharfen Schatten, der allerdings nicht so hart ist wie beim Elektronenbiltz. Im Nahbereich kann der eingesetzte Reflektor die Lichtqualität beeinflussen (etwas weicher machen).

Wedeln (Princeton Tec Apex):

wedeln
Beim wedeln ist auf die benutzte Lichtquelle zu achten. Die 4 LEDs der Apex erzeugen einen unansehnlichen Doppelschatten, der sich mit zunehmender Entfernung aber verwischt. Mit der einzelnen (Haupt-) LED erzielt man einen besseren Effekt.
Für die Härte des Schattens ist der ‚Wedler‘ maßgeblich verantwortlich. Es lassen sich sowohl harte, als auch weichere, der Blitzbirne ähnliche Schatten erzeugen (siehe Zeichnung).

Ergebnisse in Bildern

Schatten gezielt einsetzen

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man dieses Wissen einsetzen kann.
Hier also ein Paar Anregungen aus der Praxis:


TIPP:

Als Bouncer kann man auch ein laminiertes, weißes Papier benutzen. Das ist durch das Plastik Wasserresistent, und man kann es vielfältig einsetzten, als Bouncer, zum Abkaschen von Licht und wenn man auf die Rückseite einen Maßstab aufdruckt (natürlich vor dem Laminieren) hat man auch immer einen Größenvergleich zur Hand.


Schattenwurf an gegenüberliegender Wand

Große Hallen und Gänge sind live meist spektakulär, aber wie bekommt man die Größe mit wenigen Leuten in ein interessantes Bild?
Ein kompletter Schatten, der von einem angeblitzten Menschen auf einer dahinter gelegenen Wand geworfen wird, kann hier eine Lösung sein.

Intensität des Blitzes steuern

Die mitgebrachten Blitze lassen sich nicht manuell runter regeln, was also tun wenn man für eine Person im Vordergrund nur einen schwachen aufhellblitz benötigt?
Mit einem Bouncer, lässt sich diese Situation retten, ja wegen seines weichen Schattenwurfes sogar noch verbessern, aber Achtung: Wenn der Bouncer verlehmt ist, wird das reflektierte Licht auch etwas orange gefärbt sein!

Sinter vor schwarzem Hintergrund ablichten

Wer kennst sie nicht, die wunderschönen Makros von Makkaroni, Excentriques und Co. vor einem schwarzem Hintergrund?

abkaschen In Wirklichkeit ist dieser effektive Effekt leicht selbst zu erzeugen; Man benötigt dafür einen E-Blitz und ein Stück Karton. Der Blitz wird nach oben, etwas zur Kamera geneigt abgefeuert. Das Streulicht, welches normalerweise die hintere Wand aufhellen würde, deckelt man mittels Karton weg, und schon erhält man den gewünschten Effekt.

Fazit

der Schattenwurf gibt uns eine weitere Möglichkeit, Bilder gezielt zu gestalten.
Ich hoffe euch ein paar Anregungen mit auf euren nächsten Höhlentrip geben zu haben und freue mich auf Kommentare und weitere Einsatzmöglichkeiten, da das Thema mit diesem Artikel sicherlich nicht gänzlich erschöpft wurde.

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